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Uniform

Die Uniform ist das Symbol der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Obwohl sich Brigerbad mit Gamsen, Glis und Brig zu einer Grossgemeinde zusammenschlossen, hat "zum Bad", wie es unsere Eltern noch nannten, die dörfliche Eigenständigkeit mit seinem herkömmlichen Brauchtum bewahrt.

In seinem Buch "Brigerbad" weist Pfarre Peter Jossen auch auf die historische enge Verbundenheit mit dem Zenden-Hauptort und seinem Geschlecht hin, besonders mit der Familie von Stockalper, die Burger und "Geteylen" waren und deren direkte Nachkommen noch heute daselbst ansässig sind.

Waren es diese Beziehungen, die den Tambouren- und Pfeiferverein bewogen das Kleid der Ballenführer im 17. Jahrhundert zu wählen? Anhand von Bildwerken, Stichen und Gemälden aus dieser Zeit wurde eine Uniform entworfen, die bequem zu tragen und leicht zu pflegen ist. Museums- und Textilfachleute haben die Entwürfe begutachtet und uns bei der Herstellung beraten. Die Firma Schuler in Rothenthurm erhielt den Auftrag zur Ausführung.

Das Kleid besteht aus dem weissen Leinenhemd mit locker gepufften Armstücken, die frei herunterhängen und die beim Trommeln, Wirblen und Pfeifen mit ihren Bewegungen, den Rhythmus der Musik optisch unterstützen. Mit den grauen Pluderhosen ergeben sie zu der Strenge und Geradlinigkeit der ärmellosen, roten Jacke mit weissem Kragen, einen Kontrast. Dazu werden weisse Strümpfe und schwarze Lederhalbschuhe getragen. Der Abschluss bildet ein breitkrempiger Hut mit rot-weisser Straussenfeder und einem Gürtel, dessen Messingschnalle das Brigerbadner Wappen trägt.

Ein schlichtes, schmuckes Kleid, getragen von der Pfeiferin und vom Trommler, vom Spielführer und den Spiessträgern als Fahnenwache, von Jung und Alt. Eine Ausnahme machen die Ehrendamen in der Oberwalliser Werktagstracht, in dunklerem Rot gehaltenem Rock und "Tschopji", aus handgewobenem Stoff mit eingewobenen Zierborten. Bluse, Halstuch und Schurz in Weiss, mit Stickerei. Sie nehmen dem eher soldatischen aussehenden Bild das Herbe und bereichern es mit ihrer Anmut.

Wenn die Pfeifer und Trommler, Mädchen und Burschen, in ihren neuen Uniformen die Melodie der "Ballufierer" spielend an kirchlichen und weltlichen Festen, in Freud und Leid, an uns vorüberziehen, dann sind sie wahrhaft eine lebendiges Zeichen einer Gemeinschaft, die rückwärts blickend vorwärts schreitet.

Schliessen will ich mit der letzten Strophe des Liedes "Briger Ballefierer", gedichtet und komponiert von einem ehemaligen Brigerbadner Seelsorger, dem unvergesslichen Adolf Imhof : "Isch der Winter chelter, süürer öü der Wii, wier welle gliich niit Wälschi, nei triwwi Briger sii!"

Hans Loretan